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Yvonne Kell
Yvonne Kell

Das kleine Apothekenmuseum

Museum – hautnah, lebendig, mit direktem Übergang zur Gegenwart. Das bietet das Kleine Apothekenmuseum in Schonungen.

Es zeigt den Wandel, den die Apotheke Schonungen in den Jahren seit ihrer Gründung im Jahre 1870 mitgemacht hat. Besonders während der vergangenen 30 Jahre änderte sich das Bild der Apotheke vollständig. Heute ist sie zu einem modernen, technisch-perfektionierten Gesundheitsdienstleistungszentrum ausgebaut.

Durch fachmännisch geleitete Führungen und durch praktische Kurse (z.B. mit Schulklassen) wird der Übergang von Vergangenheit zur Gegenwart erspürbar. Ein Museum, das Vergangenes lebendig darstellt, kann immer wieder Jung und Alt begeistern...

Nach dem Umbau der Apotheke Schonungen im Jahre 1998 entschloss sich die Apothekerfamilie Schumm, die die Apotheke Schonungen seit drei Generationen betreibt, die gestaltenden Teile der alten Einrichtung und die vielen Gegenstände und Geräte, die seit Generationen das Bild der Apotheke Schonungen bestimmt haben, in einer Sammlung im „Kleinen Apotheken Museum“ der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Museum zeigt Ihnen die Vergangenheit der Apotheke Schonungen seit ihrer Gründung im Jahre 1870. Die Ausstellungsgegenstände stammen alle aus der Apotheke Schonungen und wurden von den Apothekern ihrer Geschichte intensiv benutzt. Die Sammlung erzählt die Apothekengeschichte in drei Epochen.

Seit der Gründung bis zum Ende des zweiten Weltkriegs war die Apotheke ausschließlich „Handwerksbetrieb mit menschlicher Zuwendung“. Die Arzneimittel wurden meist vom Arzt verordnet und in der Apotheke von Hand gemacht, also in Einzelfertigung zubereitet. Die Geräte dieser Zeit sind z.B. Hand- und Balkenwaagen, Hornspatel, Pillenmaschine, Mörser, Reibschale, Destillierapparaturen und auch Rohstoffbehältnisse.

Dies änderte sich nach dem zweiten Weltkrieg zunächst wenig, da zu Modernisierungsmaßnahmen lange Zeit kein Geld zur Verfügung stand. Dennoch entwickelte sich in der Zeitspanne von 1945 bis zu Beginn der 70er Jahre die industrialisierte Pharmazie, also die Ausrichtung weg vom individuellen Herstellungsprinzip in der Apotheke hin zur industriellen Herstellung von großen Mengen von Arzneimitteln. In dieser Zeit war auch die Apotheke Schonungen Herstellungsbetrieb und stellte verschiedene Hauspräparate wie Tabletten und Säfte im halbindustriellen Maßstab her. Maschinen zur Herstellung von Tabletten, Dragees, Emulsionen, Granulate und Salben sind Repräsentanten dieser Zeit.

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erlebte die Apotheke Schonungen mehrere Umwandlungsprozesse, die der Zeitentwicklung entsprachen und vor allem der technischen Entwicklung im Lager- und Logistikbereich, in der Mess- und Wiegetechnik und in der Informationsverarbeitung entsprachen. Hier findet man z.B. die Ausstellungsstücke zum „Kärtchensystem“ und Bestellterminals zur ersten elektronischen Bestellung.

Schon immer hatte der Apotheker die Aufgabe, die verwendeten Rohstoffe auch zu prüfen, um niemand zu gefährden. Im Museum findet man deshalb Prüfgeräte der Apotheke Schonungen, wie sie vor 100 Jahren, vor 50 Jahren und auch noch vor kurzem verwendet wurden. Das sind u.a. Analysenwaagen, Mikroskope, Prüfvorschriften und Prüfbücher aus früheren Zeiten.

Auch die umfangreiche Fachliteratur und deren „Vermehrung“ in der Zeit seit der Apothekengründung kann beim Betrachten unmittelbar erfasst werden. So findet man das vollständige Gesetzeswerk „Das Deutsche Arzneibuch“ in allen seinen bisher erschienen Auflagen und andere Fachliteratur (z.B. Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis - und man sieht auch, wie intensiv diese Werke auch benutzt wurden.

Für viele Besucher liegt die Vergangenheit noch nicht weit zurück. So können sich die Besucher beim Betrachten der Gegenstände sicher an viele Begebenheiten erinnern, die sie in der Apotheke Ihrer Kindheit erlebt haben und einen Teil Ihres eigenen Lebens in die Betrachtung mit aufnehmen.

Lehrkräften von Grund- und Hauptschulen, Kindergärten und heilpädagogischen Einrichtungen soll dieses Museum nach Absprache offen stehen, damit die Lokalgeschichte hautnah und echt vermittelt werden kann.

Die Öffnungszeiten werden jeweils in der Lokalpresse, in den Kundenbroschüren der Apotheke Schonungen und hier auf dieser Homepage bekannt gegeben.

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