Im Auge des Betrachters

Schönheit im Wandel der Zeit und in verschiedenen Ländern

„So eine schöne Frau!“ „Also, das finde ich gar nicht.“ In der Tat ist „Schönheit“ ein dehnbarer Begriff, der von jedem anders wahrgenommen wird. Im Laufe der Jahrzehnte wurden „Schönheitsideale“ immer wieder neu definiert. Sehen Sie selbst.

1910: Runde, weiche Formen mit viel Dekolleté gelten jetzt als schön. Korsetts formen den Körper zu einer Acht.
1920: Flacher Busen, stromlinienförmige Figuren sind in den 20er Jahren ein Schönheitsideal. Es wird Bein gezeigt.
1930: Die Kurven kommen zurück. Die Mode wird figurbetonter.
1940: Die Frauen in diesem Jahrzehnt sind emanzipiert. Der militärische Look mit langen, kastigen Formen ist schwer im Kommen.
1950: In den 50er Jahren sind pure Weiblichkeit und sexy Kurven angesagt. Es gibt sogar Einlagen, die Hüfte und Po ausformen.
1960: Hagere, androgyne, zierliche Formen und schmale Hüften sind der Hype. Die spindeldünne Twiggy wird zum Weltstar und krempelt das Schönheitsideal um.
1970: It’s Disco-Time! Der Saturday-Night-Fever-Look ist in. Schmale Taillen und flache Bäuche wollen in Szene gesetzt werden.
1980: Alle sind im Fitness-Wahn und wollen so sein wie Jane Fonda. Die Supermodels Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Naomi Campbell erobern die Modewelt.
1990: Elfengleiche, fast kindliche Körper gelten in den 90er als schön.
2010: Der Po wird populär. Kim Kardashian und Jennifer Lopez sei Dank.
2019: Natürlichkeit und Individualität werden zunehmend wichtig. Jenseits der Idealmaße.

Starke Frauen, die auch gerne mal Muskeln zeigen, gelten heute als attraktiv.

Männliche Schönheitsideale in anderen Ländern

Auch für die Herren gilt: Schönheit ist relativ. Spannende Erkenntnisse liefert das Photoshop-Experiment „Perceptions of Perfections“. Grafikdesigner aus verschiedenen Ländern wurden aufgefordert, das Foto eines Mannes per Photoshop zum „Idealmann“ zu verändern. Interessant: die ländertypischen Schönheitskriterien sind vollkommen anders. Das Verständnis von Perfektion ist also nicht universell, sondern individuell. Schauen Sie mal: www.zeitjung.de/bilder-schoenheit-mann-laender-unterschied